Ölmarkt · Hormus · Tankrabatt · Oktober 2026
Die Drei auf der Preistafel
Meine These: Noch in diesem Jahr steht an deutschen Tankstellen eine 3 vor dem Komma. Nicht wegen der Steuern, sondern weil Öl fehlt — mehr als zehn Millionen Barrel am Tag, seit die Straße von Hormus Ende Februar gesperrt wurde. Ich habe den Markt einmal von vorn bis hinten durchgerechnet: Rohöl, Tanker, China, Diesel, den Kassenbon für einen Liter. Und den Tankrabatt, über den alle streiten — und der an dieser Rechnung nichts ändert.
Die Tafel heute
Der September 2026 war der teuerste Monat, den der ADAC je gemessen hat: Super E10 im Monatsmittel 2,266 Euro, Diesel 2,386 Euro je Liter. Am 16. September 2026 kostete E10 im Tagesmittel 2,314 Euro, am Tag darauf Diesel 2,471 Euro. Beides liegt über den Rekorden vom März 2022, als Russland die Ukraine überfallen hatte (Q1, Q4). Der ADAC überschrieb seine eigene Auswertung mit: „Entwicklung nicht allein durch Rohölpreis erklärbar.“ Das stimmt, und der Grund steht in Säule 06.
Seit dem 1. Oktober gilt der zweite Tankrabatt dieses Jahres, 14,04 Cent weniger Energiesteuer je Liter, mit Mehrwertsteuer 16,7 Cent (Q8). Am Sonntag, dem 4. Oktober, lag das Tagesmittel bei 2,137 Euro für E10 und 2,253 Euro für Diesel. Die dpa-Meldung vom Montag trug die Überschrift: „Sprit teurer als zu Beginn des Tankrabatts“ (Q2). Der Rabatt ist an der Zapfsäule angekommen, zwölf bis sechzehn Cent davon. Vier Tage, dann zeigte der Preis wieder nach oben.
Was ein Liter kostete, und wo die Drei liegt
Euro je Liter · ADAC-Tagesmittel bzw. MonatsmittelVon 2,253 auf 3,00 Euro fehlen beim Diesel 75 Cent, beim E10 86 Cent. Das klingt nach viel. Im März 2022 ist der Diesel innerhalb weniger Tage um 56 Cent gestiegen (Q4). Und im September 2026 lag er an einem Tag schon bei 2,471 Euro, da fehlten 53 Cent. Der Rest dieses Textes erklärt, woher die kommen können.
Der Weltmarkt: 101 auf dem Bildschirm, 114 im Hafen
Wer den Ölpreis nachschlägt, bekommt den Terminmarkt gezeigt: Brent-Frontmonat an der ICE, am 5. Oktober 101,31 Dollar je Barrel, 54,7 Prozent mehr als vor einem Jahr (Q11). Das ist nicht der Preis, den eine Raffinerie für ein Schiff voll Rohöl bezahlt. Der physische Preis, Dated Brent, lag Ende September bei 113,96 Dollar und im Septembermittel bei 114,08 Dollar (Q9). Mitte September wurden physische Ladungen zeitweise über 135 Dollar gehandelt, der Preisabstand zwischen sofortiger und sechs Monate späterer Lieferung lag über 20 Dollar (Q14). So sieht ein Markt aus, in dem Ware fehlt, nicht Papier. Die Bank MUFG nennt es den größten Ölpreisschock der Geschichte (Q19).
Brent 2026: Monatsmittel des physischen Markts
US-Dollar je Barrel · EIA, Dated BrentIn Euro ist es noch nicht ganz so schlimm wie 2022, weil der Euro stärker ist: Die Spitze vom April entsprach 119,44 Euro je Barrel, im März 2022 waren es 122,39 Euro (Q9, Q10). Aber der Euro gibt nach — minus 3,6 Prozent in einem Monat, auf 1,1204 Dollar (Q12) — und jeder Cent weniger am Kurs macht das Öl für uns teurer, ohne dass sich am Markt etwas ändert.
Die Prognosen gehen in beide Richtungen, und man sollte beide kennen. Die amerikanische Energiebehörde EIA erwartet für das zweite Halbjahr 2026 im Mittel 90 Dollar, für 2027 nur noch 74 Dollar, weil die Golfförderung dann zurückkommt (Q15). Goldman Sachs hat im September auf 85 Dollar für Dezember erhöht (Q17), nennt aber seit Juli einen Fall, in dem Hormus gestört bleibt: dann über 120 Dollar im vierten Quartal (Q16). Fünf Tage vor Kriegsbeginn hatte dieselbe Bank 60 Dollar für das vierte Quartal erwartet (Q18). Das ist keine Kritik an Goldman. Es ist der Hinweis, dass Prognosen in dieser Lage Annahmen über einen Krieg sind.
Gemessen und prognostiziert
US-Dollar je BarrelWie viel Öl fehlt
Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf den Iran; die Antwort war die Sperrung der Straße von Hormus (Q32). Durch diese Meerenge ging vor der Krise ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls (Q32). Seitdem: eine amerikanische Luftkampagne ab dem 19. März, eine Waffenruhe am 7. April, eine Absichtserklärung im Juni, die am 7. und 8. Juli mit Angriffen auf Schiffe vor Oman endete, dann erneut die amerikanische Blockade iranischer Häfen (Q31). Seit dem 26. August gibt es eine vorläufige Route zwischen Iran und Oman (Q35), seit dem 28. September wieder indirekte Gespräche über Katar (Q36). Am 1. Oktober wurde in der Straße ein kuwaitischer Supertanker getroffen und brannte (Q46).
Wie offen die Straße ist, hängt davon ab, wen man fragt. Die Schiffszählung des IWF sah am 27. September einen einzigen Transit, vor der Krise waren es 85 am Tag (Q33). HSBC schätzt den Ölfluss Anfang Oktober auf rund zehn Millionen Barrel am Tag, nach sechs Anfang September (Q34). Die beiden Zahlen passen nicht zusammen; eine Zählung sieht nur, was sich zu erkennen gibt, und in der Straße fährt vieles ohne Transponder. Was sich belegen lässt, sagt die Internationale Energieagentur IEA so: Mehr als zehn Millionen Barrel Golfförderung am Tag sind stillgelegt, und die Erholung kommt nicht vor 2027 (Q20). Zum Vergleich: Der größte plötzliche Ausfall davor, der Angriff auf Abqaiq 2019, waren 5,7 Millionen Barrel am Tag (Q108).
Das Weltangebot ist von knapp 108 Millionen Barrel am Tag im Februar auf 95,1 im April gefallen und hat sich bis August auf 100,1 erholt (Q20, Q21). Die Lücke wird aus vier Töpfen gedeckt: Andere Förderer pumpen mehr, vor allem die USA, Kanada, Brasilien, Guyana und Argentinien. Die Welt verbraucht weniger, weil Preise rationieren. Und die Lager laufen leer, die kommerziellen wie die staatlichen. Was dann noch fehlt, steckt in Schiffen auf See und in Messfehlern.
Wo die fehlenden Barrel herkommen
Millionen Barrel am Tag · August 2026 · ÜberschlagDer wichtigste Topf ist der dritte. Am 11. März beschlossen die 32 IEA-Staaten die größte Reservefreigabe ihrer Geschichte, 400 Millionen Barrel (Q22); Anfang Oktober waren rund 325 Millionen davon auf dem Markt (Q23). Die amerikanische strategische Reserve stand Ende September bei 283,8 Millionen Barrel, 30,2 Prozent weniger als vor einem Jahr (Q24). Deutschland hat 19,5 Millionen Barrel zugesagt und bislang 600.000 Tonnen, gut vier Millionen Barrel, freigegeben — knapp ein Viertel davon (Q100, Q101). Die 325 Millionen Barrel seit März sind rund 1,6 Millionen Barrel am Tag, also mehr als die Hälfte des Lagerabbaus, den die IEA beobachtet. Reserven sind ein Puffer, keine Quelle. Jedes Barrel, das heute aus dem Lager kommt, muss später zurückgekauft werden — zu welchem Preis auch immer.
Und die OPEC? Sie hat am 4. Oktober beschlossen, ihr Förderziel von 31,1 Millionen Barrel am Tag für November nicht zu ändern (Q25). Das Ziel ist Papier: Die sieben Kernmitglieder förderten im August rund 25 Millionen Barrel, fünf Millionen unter dem Februar, weil die Häfen der Golfstaaten unter ihnen hinter der Meerenge liegen (Q26). Die Emirate sind laut Berichten seit Mai nicht mehr Teil des Kartells (Q27). Saudi-Arabien hat am selben Tag seine Preise für Asien auf fünf Dollar unter die Referenz gesenkt, so tief wie seit 2020 nicht, und für Europa um drei Dollar erhöht (Q28, Q29). Wer westlich liefern kann, durch die Pipeline nach Yanbu ans Rote Meer, lässt sich das bezahlen — soweit die Pipeline läuft; im September stand auch sie zeitweise still (Q14). Nennenswerte Reservekapazität, die den Markt erreichen könnte, gibt es derzeit nicht: Sie liegt hinter derselben Meerenge.
Die Amerikaner fördern rund 13,8 Millionen Barrel am Tag, nahe dem Rekord vom Oktober 2025 (Q15), und haben 49 Bohranlagen mehr im Einsatz als vor einem Jahr (Q30). Das hilft, aber langsam: Schieferöl antwortet in Monaten, nicht in Wochen, und es ersetzt leichtes Öl, nicht das schwere Golföl, aus dem die Raffinerien Diesel machen.
Die Tanker: eine Million Dollar am Tag
Öl, das nicht durch die Meerenge kommt, muss weiter fahren, und Öl, das durchkommt, braucht ein Schiff, das sich traut. Beides kostet. Ein Supertanker der VLCC-Klasse, zwei Millionen Barrel, verdiente auf der Route Golf–China in der Woche bis zum 25. September rund 1,24 Millionen Dollar am Tag (Q37); am 21. September meldete LSEG einen Rekord von 1,27 Millionen (Q39). Im März war es ein Zehntel davon (Q40).
Was ein Supertanker am Tag verdient
US-Dollar je Tag · VLCC, Golf–China (TD3C)Dazu die Versicherung. Vor dem Krieg kostete die Kriegsrisikodeckung für eine Golfpassage 0,25 Prozent des Schiffswerts. Im März gab es sie wieder, zu einem Prozent je sieben Tage (Q43). Nach der Eskalation im Juli nannte der Makler Marsh 3,5 bis 7,5 Prozent je Passage (Q44); für einen großen Tanker waren das in der Spitze rund 21 Millionen Dollar für eine einzige Durchfahrt (Q45). Der Treffer auf den kuwaitischen VLCC am 1. Oktober (Q46) war nicht der einzige: Seit dem 27. September wurden nach Zählung eines Beobachterdienstes mindestens sechs Schiffe getroffen (Q112).
Auf den Liter umgerechnet: Eine VLCC-Rundreise vom Golf nach Europa dauert rund 40 Tage. Bei 1,2 Millionen Dollar am Tag und zwei Millionen Barrel Ladung sind das 24 Dollar je Barrel Fracht, dazu zwei bis vier Dollar Versicherung — rund 26 Dollar je Barrel, wo es früher 2,5 waren. Das sind, über den Daumen, 15 Cent je Liter, bevor das Öl überhaupt eine Raffinerie sieht.
Dann die Schattenflotte. Über alle Sanktionslisten der USA, der EU, Großbritanniens und der Schweiz sind 1.952 Schiffe gelistet, davon 1.074 Tanker, 911 mit Russland- und 650 mit Iran-Bezug (Q47). Die EU hat seit ihrem 21. Paket vom Juli über 670 Schiffe auf der Liste (Q48). Diese Schiffe fahren trotzdem. Aber sie fahren für Russland, den Iran und ihre Kunden, nicht für Rotterdam. Ein Teil der Weltflotte steht dem westlichen Markt schlicht nicht zur Verfügung — in einem Jahr, in dem das Rote Meer noch immer ein Drittel unter dem normalen Verkehr liegt (Q49).
China, Indien, Russland
China ist der größte Ölimporteur der Welt, und China hat sich auf diesen Krieg vorbereitet. Ende 2025 lagen nach Schätzung der EIA rund 1,4 Milliarden Barrel in staatlicher Hand und bei den Staatskonzernen (Q57). Im Januar und Februar kaufte das Land 1,24 Millionen Barrel am Tag mehr, als es verbrauchte, im März 1,74 Millionen (Q53, Q54). Dann kam der Importeinbruch.
China füllt, dann leert, dann füllt es wieder
Millionen Barrel am Tag · Lageraufbau (+) oder -abbau (−)Chinas Rohölimporte
Millionen Barrel am TagWas das für uns heißt: China hat einen Teil des Schocks weggesteckt, indem es seine Tanks angezapft hat, rund eine Million Barrel am Tag von Mai an (Q52). Das hat den Weltmarkt entlastet. Aber die seewärtigen Importe lagen Anfang September noch immer rund 40 Prozent unter dem Niveau vor dem Krieg (Q50), und sobald die Tanks wieder gefüllt werden, ist China nicht mehr Entlastung, sondern Konkurrenz. Im Juli hat es wieder angefangen (Q56). Ein Land, das 1,4 Milliarden Barrel hält, kauft nicht, wenn es teuer ist. Es kauft, wenn es billiger wird — und verhindert damit, dass es billig wird.
Indien hat seine Einkäufe umgestellt: 1,7 Millionen Barrel russisches Öl am Tag im September nach 2,1 im August (Q58), dafür wieder rund drei Millionen aus dem Golf (Q115). Das heißt: Die wenigen Barrel, die durch Hormus kommen, gehen nach Osten, nicht nach Westen. Saudi-Arabiens Preisnachlass für Asien aus Säule 03 ist die andere Seite derselben Münze.
Russland schließlich verkauft wieder mehr Rohöl, nach Bloombergs Schiffsdaten 3,71 Millionen Barrel am Tag seewärts im Vierwochenmittel bis Ende September, und seine Sorten erzielen Aufschläge statt Abschläge, weil Brent über 100 Dollar steht (Q59). Der Preisdeckel von 44,10 Dollar (Q63) ist in diesem Markt ein Zettel an einer Tür, durch die niemand mehr geht. Gleichzeitig hat die Ukraine die russischen Raffinerien so weit zerstört — ein Viertel nach westlichen Schätzungen, über die Hälfte nach ukrainischer Zählung (Q68, Q62) — dass Russland keinen Diesel mehr exportiert: Verbot für Hersteller bis zum 31. Oktober 2026, für Benzin bis zum 31. Januar 2027 (Q60, Q61). Das Rohöl kommt also auf den Markt. Der Diesel nicht. Merk dir das für die nächste Säule.
Diesel: Europas wunder Punkt
Hier liegt der Teil der Rechnung, den der Rohölpreis nicht erklärt. Eine Raffinerie verdient an der Differenz zwischen dem Produkt und dem Rohöl, dem „Crack“. Für Diesel in Europa lag dieser Aufschlag im November 2025 bei rund 46 Dollar je Barrel. Am 17. August 2026 erreichte er laut Branchendienst 102,2 Dollar, den ersten dreistelligen Wert, der je notiert wurde, und blieb im September über 100 (Q64, Q65). Auf den Liter sind das rund 56 Cent — nicht für das Öl, sondern für das Dieselmachen. Deshalb ist Diesel in Deutschland teurer als Benzin, obwohl er niedriger besteuert ist, und deshalb konnte der ADAC den September nicht mit dem Rohölpreis erklären.
Der Grund ist Arithmetik. Die Golfraffinerien, zu Jahresbeginn Europas größter Diesellieferant (Q111), liegen hinter der Meerenge. Russland exportiert keinen Diesel. China hat seine Produktexporte für Oktober weitgehend ausgesetzt. Die USA, die im August rund die Hälfte der seewärtigen Dieselimporte Europas lieferten, haben mit einem Exportverbot gedroht, falls Europa nicht seine eigenen Reserven anzapft (Q69, Q70). Am 2. Oktober haben die G7 die Freigabe von 100 Millionen Barrel Diesel beschlossen, und die EU-Staaten beraten über einen drohenden Engpass (Q68, Q69). Das sind Sätze, die ich in einem Jahr, für das die IEA noch im Winter einen Überschuss vorhergesagt hatte (Q114), nicht erwartet hätte.
Dazu kommt, was Europa selbst stillgelegt hat: 2025 über 400.000 Barrel am Tag Raffineriekapazität — Grangemouth in Schottland, Shell in Wesseling bei Köln, Teile von bp in Gelsenkirchen, Lindsey in England (Q71). Diese Anlagen fehlen jetzt. Die IEA rechnet für 2026 weltweit mit 2,6 Millionen Barrel am Tag weniger Raffineriedurchsatz (Q20) — und der Nachfragerückgang, den sie meldet, findet genau bei den Mitteldestillaten statt: Diesel, Kerosin, Heizöl. Das ist das Öl, das Lkw, Traktoren, Flugzeuge, Baumaschinen und ältere Heizungen brauchen. Benzin ist das Öl der Pendler. Diesel ist das Öl der Wirtschaft.
Jetzt kommt der Winter. Heizöl ist chemisch Diesel. Die Gasspeicher sind zu 59,1 Prozent gefüllt, 27,5 Prozentpunkte unter dem Fünfjahresmittel, in Bayern zu 32,7 Prozent (Q93); Katars LNG liegt seit März hinter derselben Meerenge, und rund 17 Prozent seiner Kapazität fallen nach dem Angriff auf Ras Laffan für Jahre aus (Q95, Q96). Der Gaspreis TTF lag im September im Mittel bei 76,48 Euro je Megawattstunde (Q97). In einem kalten Winter konkurrieren Heizöl und Diesel um dieselben Moleküle — und das Gas, das aushelfen könnte, liegt hinter derselben Meerenge. Das ist der Moment, in dem ich die Drei erwarte: zuerst beim Diesel, dann beim Benzin.
Der Kassenbon: was in einem Liter steckt
Die Kasse druckt einen Betrag. Sie druckt nicht, woraus er besteht. Ich habe es nachgetragen, mit der Preisformel der Branche: Rohöl in Dollar je Barrel, dazu der Aufschlag für Raffinerie und Fracht, geteilt durch 158,99 Liter je Barrel und den Euro-Kurs; darauf der Deckungsbeitrag für Transport, Lager und Vertrieb, die Energiesteuer (65,45 Cent beim Benzin, 47,04 Cent beim Diesel, seit 2003 unverändert, Q74), der CO₂-Preis (55 Euro je Tonne am unteren Rand des Korridors, Q73), und auf alles 19 Prozent Mehrwertsteuer — auch auf die Steuern.
Der erste Bon ist der 4. Oktober: physischer Brent zum Septembermittel, Dieselaufschlag 100 Dollar, Euro-Kurs vom 5. Oktober, Energiesteuer mit Rabatt. Das Modell landet bei 2,26 Euro, der ADAC hat 2,253 gemessen. Der zweite Bon ist das Szenario, in dem die Drei steht.
Das Szenario auf dem zweiten Bon ist keine Prognose, es ist ein Preisschild: Brent auf 155 Dollar, das ist das Niveau der Aprilspitze plus 17; ein Dieselaufschlag von 140 Dollar, das ist gut ein Drittel mehr als der reine Raffinerierekord vom August, wobei der Aufschlag hier auch die Fracht enthält; ein Euro bei 1,10, das ist der Trend der letzten vier Wochen fortgeschrieben. Nichts davon ist aus der Luft gegriffen, jedes dieser drei Dinge war in diesem Jahr schon in Sichtweite. Zusammen ergeben sie 3,00 Euro — mit regulärer Energiesteuer, also ab dem 1. Januar. Mit dem Rabatt wären es 2,84 Euro; die Drei noch vor Jahresende, mit Rabatt, bräuchte im selben Szenario Brent bei rund 179 Dollar. Der Rabatt verschiebt die Drei also um 25 Dollar Brent nach hinten. Von August auf September ist Brent um 23 Dollar gestiegen.
Woraus ein Liter besteht
Anteile am Endpreis · ModellDrei Faustregeln aus dieser Formel. Erstens: Zehn Dollar mehr beim Brent sind 6,7 Cent je Liter an der Zapfsäule, bei einem Euro von 1,12 und mit Mehrwertsteuer. Zweitens: Bei den Aufschlägen und dem Kurs von heute braucht Diesel für 3,00 Euro einen Brent-Preis von rund 200 Dollar mit regulärer Steuer, 225 Dollar mit Rabatt; E10 braucht rund 222 Dollar. Drittens, und das ist der Punkt: Brent muss dafür gar nicht so hoch. Die Drei kommt genauso, wenn das Rohöl unter 150 bleibt und der Dieselaufschlag weiter steigt. Nach allem, was in Säule 06 steht, ist das der wahrscheinlichere Weg.
Rechne selbst. Die Regler sind die Formel, die Bons das Ergebnis.
Modellrechnung — was muss passieren, damit auf der Tafel eine 3 steht?
Rohöl und Aufschlag in Dollar je Barrel, geteilt durch 158,99 Liter je Barrel und den Euro-Kurs. Darauf Deckungsbeitrag, Energiesteuer und CO₂-Preis, auf die Summe 19 % Mehrwertsteuer. Der Aufschlag bündelt Raffineriemarge und Fracht nach Rotterdam; die Voreinstellung „Anfang Oktober 2026“ nimmt den physischen Brent zum Septembermittel, den Dieselaufschlag vom September und den Euro-Kurs vom 5. Oktober (Q9, Q12, Q64). Eine Modellrechnung, keine Prognose.
Der Tankrabatt: 25 Dollar
Jetzt zur Debatte, die seit Wochen alle anderen überdeckt. Die Fakten zuerst, dann meine Meinung.
Tankrabatt 2026, erste Runde
- Mai und Juni 2026, beschlossen vom Bundestag Ende April (Q77)
- Rund 17 Cent je Liter brutto, Kosten rund 1,6 Milliarden Euro (Q78)
- ifo-Auswertung: beim E10 kamen rund 16 Cent an, beim Diesel rund 12 Cent, also 73 Prozent (Q79)
Tankrabatt 2026, zweite Runde
- 1. Oktober bis 31. Dezember 2026; Energiesteuer −14,04 Cent, bis zu 16,7 Cent brutto (Q8, Q75)
- Kosten rund 2,5 Milliarden Euro, von Bund und Ländern; dazu ein Spritpreisdeckel im Beschlusspapier (Q7)
- Bundestag: 434 Ja, 128 Nein bei 562 abgegebenen Stimmen (Q76)
- 4. Oktober: Sprit teurer als am 1. Oktober (Q2)
Und 2022, zur Erinnerung: 1. Juni bis 31. August 2022, 35,2 Cent beim Benzin und 16,7 Cent beim Diesel, 3,15 Milliarden Euro (Q80). Das ifo-Institut fand damals in den ersten Wochen eine Weitergabe von 85 bis 100 Prozent (Q80); am 1. September 2022 sprang der Preis zurück. Das Bundeskartellamt hatte schon im April 2022 eine Untersuchung von Raffinerien und Großhandel begonnen; 2025 stellte es fest, dass der Wettbewerb durch Abhängigkeiten und hohe Markttransparenz eingeschränkt ist, und empfahl, die Preisnotierungen gesetzlich zu regulieren (Q81). Passiert ist seither: ein dritter Tankrabatt.
Beim Benzin ist der Rabatt von 2026 nicht einmal ein halber von 2022: Damals waren es 29,55 Cent; 14,04 Cent sind exakt der Dieselsatz von damals. In Dollar je Barrel gerechnet, bei heutigem Kurs: Der Rabatt 2026 ist 25 Dollar wert, der Benzinrabatt von 2022 war 53 Dollar wert. Von August auf September ist das Monatsmittel von Brent um 23 Dollar gestiegen (Q9). Das ist der Maßstab, an dem man diese Politik messen muss: Sie kauft für 2,5 Milliarden Euro den Gegenwert eines Monats.
Warum ich den Rabatt für kurzsichtig halte
Er verschiebt die Drei um 25 Dollar
25 Dollar je Barrel, siehe oben. Der Preis lag diesmal nach vier Tagen wieder über dem ersten Rabatttag — nicht, weil die Tankstellen böse sind, sondern weil Diesel in Europa knapp ist und der Knappheitspreis nicht verhandelbar ist. Eine Steuer, die man senkt, ist Spielraum, den der Markt sofort belegt.
Er subventioniert, was wir rationieren müssten
Die IEA meldet 2,5 Millionen Barrel am Tag weniger Nachfrage, weil Preise wirken. Wer den Preis künstlich senkt, hält die Nachfrage in einem Markt hoch, in dem Angebot fehlt. Das ist die Logik der autofreien Sonntage von 1973, nur umgedreht (Q107): Damals hat man Nachfrage gedrosselt, heute bezahlt man sie.
Er geht an den Falschen
Er entlastet je Liter, also am meisten den, der am meisten fährt, und gar nicht den, der kein Auto hat und trotzdem die teureren Lebensmittel bezahlt. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm nennt das „zynisch“, andere Ökonomen „teuer, sozial ungerecht und ökonomisch kontraproduktiv“ (Q84, Q82). Sie haben recht. Und ein Viertel des Dieselrabatts kam schon im Frühjahr gar nicht erst an (Q79).
Er läuft am 31. Dezember aus — mitten im Winter
Dann kommen 16,7 Cent auf einen Schlag zurück, zum Zeitpunkt der höchsten Heizöl- und Dieselnachfrage. 2022 war der 1. September die Lehrstunde. 2027 wird es der 1. Januar. Der angekündigte Preisdeckel (Q7) ist das Eingeständnis, dass die Regierung das weiß.
Er behandelt ein Mengenproblem wie ein Preisproblem
Was fehlt, ist Öl, und vor allem Diesel. Keine Steuer der Welt bringt ein Barrel durch die Straße von Hormus. Das Geld, 2,5 Milliarden in drei Monaten, wäre in Reserven, Lagerkapazität, Bahn- und Pipelinekapazität als Ersatz für den Rhein und in gezielten Hilfen für die, die Diesel wirklich brauchen, besser angelegt. Säule 11 sagt, wie.
Der Durchschlag: in jeder Rechnung
Die Zapfsäule ist nur der Ort, an dem man den Preis sieht. Öl steckt in fast jeder anderen Rechnung, nur ohne Preistafel. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, wie weit der Schock schon gekommen ist — und was noch unterwegs ist.
Die vier Kacheln sind eine Kette, nur in umgekehrter Reihenfolge. Die Erzeugerpreise steigen mit 4,6 Prozent gut anderthalbmal so schnell wie die Verbraucherpreise, und innerhalb der Erzeugerpreise steigen die Vorleistungen, das Material also, aus dem andere Dinge gemacht werden, um 6,1 Prozent, während Konsumgüter ab Werk noch billiger werden (Q87). Das heißt: Die Teuerung sitzt in der Kette und ist beim Kunden noch nicht angekommen. Sie kommt. 2022 hat es von der Energie bis zur Kernrate rund ein Jahr gedauert.
| Kanal | Befund 2026 | Was dahinter liegt |
|---|---|---|
| Chemie, Kunststoff, Verpackung | Rohbenzin +44,4 % (Q87) | Naphtha ist der Rohstoff der Petrochemie; jede Folie, jedes Gehäuse, jeder Lack beginnt dort. |
| Logistik, Lkw, Bus | Kraftstoffe +37,7 % ab Werk, +27,7 % im Laden (Q86, Q87) | Dieselzuschläge in Frachtverträgen greifen erst nach Wochen; der Handel reicht sie in Lebensmittel- und Baustoffpreise weiter. |
| Heizen | Heizöl +49,6 % im Jahresvergleich, 163,55 ct je Liter am 5. Oktober (Q86, Q98) | Heizöl ist Diesel; mit dem Winter konkurriert es um dieselben Raffinerien. Gas: TTF im September 76 €/MWh, Speicher 59 % (Q93, Q97). |
| Landwirtschaft, Lebensmittel | Diesel, Dünger, Transport, Folie | Dünger wird aus Gas gemacht, Traktoren fahren Diesel, Ware fährt per Lkw. Lebensmittel sind die Rechnung, die jeder bezahlt, auch ohne Auto. |
| Luftfahrt | Kerosin Europa 208 $ je Barrel (Q72) | Kerosin ist ein Mitteldestillat wie Diesel; die Fluglinien geben es als Zuschlag weiter, oder sie streichen Strecken. |
| Bau | Bitumen, Baumaschinen, Transport | Bitumen ist der Bodensatz der Raffinerie, Asphalt also ein Ölprodukt; Baumaschinen fahren Diesel. Straßenbau und Dachdecker merken es als Erste. |
| Binnenschifffahrt | Rhein bei Kaub 9 cm am 4. Oktober, Rekordtief im August (Q103, Q104) | Kleinwasserzuschläge für Container und Mineralöl; Pipelines und Bahn sind nahezu ausgelastet, also kein Ausweichen. |
Wie groß wird es? Das Institut der deutschen Wirtschaft hat es durchgerechnet: Ein Ölpreis von dauerhaft 100 Dollar hebt die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent in diesem und 1,0 Prozent im nächsten Jahr über den Pfad ohne Schock. Bei 150 Dollar sind es 1,6 und 1,9 Prozent; die Wirtschaftsleistung sinkt um 0,5 und 1,3 Prozent, bis zu 80 Milliarden Euro in zwei Jahren (Q91). Die Bundesbank erwartet die Inflation 2026 und 2027 nahe drei Prozent und unter zwei erst 2028 (Q90). Die Gemeinschaftsdiagnose vom April hatte 2,8 Prozent für dieses Jahr erwartet (Q92); der September liegt mit 3,3 Prozent darüber.
Das ist die eigentliche Rechnung hinter der Tankrabatt-Debatte. Die 17 Cent an der Zapfsäule sind der sichtbare Teil. Der unsichtbare ist, dass jedes Unternehmen in diesem Land gerade seine Kalkulation neu macht: Spediteure, Bäcker, Dachdecker, Kunststoffverarbeiter, Fluglinien, Landwirte. Und ich auch. Wer heute ein Angebot abgibt, das länger als einen Monat gilt, ohne Energiekostenklausel, hat die Zahlen in diesem Text nicht gelesen.
Noch ein Wort zur Versorgung. Deutschland bezieht nur 6,1 Prozent seines Rohöls direkt aus dem Nahen Osten, am meisten aus Norwegen, den USA und Libyen (Q99). Das schützt vor leeren Tanks, nicht vor dem Preis: Der wird in Rotterdam gemacht, und Rotterdam kauft auf dem Weltmarkt. Die Reserve reicht für rund 90 Tage (Q102). Bayern hängt zu 100 Prozent an der Transalpinen Pipeline aus Triest, über die seit 2025 auch Tschechien vollständig versorgt wird (Q105). Die Regierung schreibt, es gebe „keine Energieversorgungskrise“, die Rationierung sei „grundsätzlich unwahrscheinlich“ (Q102); Wirtschaftsministerin Katherina Reiche schließt Engpässe nicht völlig aus (Q113), die Branche hält sie im schlimmsten Fall für möglich (Q106). Ich lese das als: Die Menge ist da, solange der Preis sie holt. Genau das ist meine These.
Die Gegenrede
Die Argumente gegen die Drei, weil sie gut sind
Erstens die Prognosen. EIA, Goldman Sachs und andere Banken sehen Brent fallen: 90 Dollar im zweiten Halbjahr, 85 im Dezember, 74 im Mittel 2027, 67 im zweiten Halbjahr 2027 (Q15, Q17). Die IEA erwartet 2027 ein Angebot, das um acht Millionen Barrel am Tag wächst, dreimal so stark wie die Nachfrage (Q20) — vor dem Krieg hatte sie für 2026 einen großen Überschuss vorhergesagt (Q114), und dieser Überschuss kommt zurück, sobald die Meerenge offen ist. Es gibt seit dem 28. September wieder Gespräche, es gibt eine Route über Oman, es fließen wieder rund zehn Millionen Barrel am Tag (Q34, Q35, Q36). Im Juni 2025 hat ein Zwölf-Tage-Krieg den Ölpreis um 13 Prozent steigen und in neun Handelstagen wieder fallen lassen (Q9). Märkte vergessen schnell.
Zweitens die Nachfrage. Sie fällt um 2,5 Millionen Barrel am Tag, so viel wie seit der Pandemie nicht. Hohe Preise sind ihre eigene Medizin; und je höher sie steigen, desto näher ist die Rezession, die sie wieder drückt. Zehn von elf Nachkriegsrezessionen in den USA ging ein Ölpreisanstieg voraus (Q110).
Drittens der Staat. Der Rabatt verschiebt die Schwelle um 25 Dollar, ein Preisdeckel ist angekündigt (Q7), und ein Kartellamt, das 2025 Regulierung empfohlen hat, kann 2026 handeln (Q81). Eine 3,00 auf der Tafel ist auch eine politische Zahl, und Regierungen tun viel, um eine politische Zahl nicht sehen zu müssen.
Ich halte dagegen: Die Prognosen setzen voraus, dass die Meerenge aufgeht, und die 90 Dollar der EIA für das zweite Halbjahr hat schon das dritte Quartal verfehlt — der physische Preis lag im Mittel bei 96 (Q9). Die Gespräche hängen an der Reihenfolge von Sanktionen und Öffnung (Q36), und die Waffenruhe vom April hat drei Monate gehalten. Die Nachfrage reagiert kurzfristig kaum, die Preiselastizität liegt bei −0,09 (Q109), und Diesel lässt sich nicht nach Belieben durch Benzin ersetzen. Und ein Preisdeckel senkt keinen Weltmarktpreis, er versteckt ihn — in der Staatskasse, oder in leeren Zapfsäulen. Wenn die Meerenge bis Weihnachten offen ist, hatte ich unrecht, und ich schreibe das dann hier auf. Wenn nicht, steht die Drei auf der Tafel, bevor der Rabatt ausläuft — und im Januar erst recht.
Was ich vorschlage
Den Rabatt auslaufen lassen und das Geld gezielt ausgeben
2,5 Milliarden in drei Monaten reichen für eine Direktzahlung an Haushalte, für die Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer, für einen Dieselzuschuss an Speditionen und Landwirte, der an die beförderte Tonne gebunden ist, nicht an den Liter (Q83). Das erreicht die, die es brauchen, und lässt das Preissignal stehen.
Einen Dieselplan für den Winter
Nicht das Rohöl ist Europas Problem, sondern das Mitteldestillat. Die Reserve gezielt als Diesel und Heizöl freigeben, statt als Rohöl; Bahn- und Pipelinekapazität für den Rhein-Ersatz jetzt buchen, nicht im Januar; und ehrlich sagen, dass Heizöl und Diesel in einem kalten Winter um dieselben Moleküle konkurrieren.
Die Empfehlungen des Kartellamts umsetzen
Der Abschlussbericht liegt seit Februar 2025 vor (Q81). Preisnotierungen regulieren, Markttransparenz in beide Richtungen, Raffineriemargen offenlegen. Das ist billiger als jeder Rabatt und wirkt länger als drei Monate.
Im eigenen Betrieb: die Kalkulation anfassen
Energiekostenklauseln in jedes Angebot, das länger als einen Monat gilt. Fahrten bündeln, Touren planen, den nächsten Transporter elektrisch bestellen. Nicht aus Idealismus, sondern weil Strom in Deutschland nicht hinter einer Meerenge liegt. Das gilt für mich genauso wie für jeden Handwerksbetrieb in München.
Weniger Öl je Euro Wertschöpfung
Das ist die einzige Antwort, die beim nächsten Krieg noch gilt. 1973 hat Deutschland darauf mit Tempolimit und autofreien Sonntagen reagiert (Q107); heute heißt die Antwort Bahn, Elektroantrieb, Wärmepumpe und Effizienz. Jede Tonne weniger ist eine Tonne, die keine Preistafel hat.
Quellen und Anmerkungen
Alle Zahlen stammen aus den unten genannten Veröffentlichungen, abgerufen am 5. Oktober 2026. Marktpreise sind Momentaufnahmen; zu jedem steht der Tag, auf den er sich bezieht. Umrechnungen und Faustregeln habe ich selbst gerechnet und im Text als solche gekennzeichnet.
- ADAC: Benzin und Diesel erreichen im September Höchstwert — Entwicklung nicht allein durch Rohölpreis erklärbar. Pressemitteilung, Anfang Oktober 2026. presseportal.de
- dpa: Sprit teurer als zu Beginn des Tankrabatts. 5. Oktober 2026. ariva.de
- ADAC: Benzin und Diesel etwas günstiger, ADAC erwartet deutlichen Preisrückgang ab Oktober. Ende September 2026. rechtundpolitik.com
- ADAC: März teuerster Tank-Monat aller Zeiten. Pressemitteilung, April 2022. presse.adac.de
- ADAC: Spritpreis 2012 auf Rekordniveau. autogazette.de
- ADAC: 5. Juli 2008 teuerster Kraftstoff aller Zeiten. osthessen-news.de
- Tagesspiegel: Regierung einigt sich auf Tankrabatt und Spritpreisdeckel, das steht im Beschlusspapier. September 2026. tagesspiegel.de
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- Trading Economics: Euro US Dollar Exchange Rate, 5. Oktober 2026. tradingeconomics.com
- boerse.de: Brent-Rohölpreis in Euro, 2. Oktober 2026. boerse.de
- fxnx: Why Brent’s 6-month spread topped 20 USD in 2026. September 2026. fxnx.com
- U.S. Energy Information Administration: Short-Term Energy Outlook, September 2026. eia.gov
- EnergyNow: Goldman Sachs maintains Brent forecast of 80 USD for fourth quarter of 2026. Juli 2026. energynow.com
- LWS Financial Research auf X: Goldman Sachs raises oil price outlook. 8. September 2026. x.com
- investinglive: Goldman Sachs raises 2026 oil forecast, sees Brent at 60 USD by Q4. 23. Februar 2026. investinglive.com
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- International Energy Agency: Update on IEA collective action decision of 11 March 2026. Oktober 2026. iea.org
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- The National: OPEC+ keeps oil output targets unchanged for November. 4. Oktober 2026. thenationalnews.com
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- Xinde Marine News: 862,150 USD a day — VLCC rates set another record. 10. September 2026. xindemarinenews.com
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- BigGo Finance: VLCC daily rates smash 1.2 million USD, up tenfold in six months. 17. September 2026. finance.biggo.com
- Lloyd’s List: Crude tanker rates in uncharted territory; VLCC index tops 420K. 2026. lloydslist.com
- OilPrice.com: Gulf-to-China supertanker rates hit 510,000 USD a day. 2026. oilprice.com
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- The Moscow Times: Russia extends gasoline and diesel export ban through January 2027. 30. Juli 2026. themoscowtimes.com
- AP (ABC News): Ukraine says attacks knocked out over half of Russia’s oil refining capacity. 1. Oktober 2026. abcnews.com
- Europäische Kommission: New dynamic mechanism — lower price cap for Russian crude oil, 44.10 USD/barrel. 15. Januar 2026. finance.ec.europa.eu
- Euronews: Europe’s fuel crisis — these 10 oil stocks soared as much as 87 % in 2026. 24. September 2026. euronews.com
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- France 24: G7 members will release 100 million barrels of diesel after US threatened export ban. 2. Oktober 2026. france24.com
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- Hydrocarbon Engineering: A reset for Europe’s refineries. 29. Dezember 2025. hydrocarbonengineering.com
- Leeham News (IATA Jet Fuel Price Monitor): Soaring fuel prices dim end-of-year outlook for major U.S. airlines. 28. September 2026. leehamnews.com
- Finanztip: CO₂-Steuer — CO₂-Preis 2026 fürs Heizen und Tanken. finanztip.de
- Energiesteuergesetz, § 2 Steuertarif. gesetze-im-internet.de
- Bundesregierung: Tax cut on diesel and petrol. Oktober 2026. bundesregierung.de
- Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt Tankrabatt. Textarchiv, Sitzungswoche 39/2026. bundestag.de
- Deutscher Bundestag: Bundestag beschließt Tankrabatt und freiwillige Entlastungsprämie. Textarchiv, Sitzungswoche 17/2026. bundestag.de
- ZDFheute: 17 Cent weniger pro Liter — warum der Tankrabatt trotzdem umstritten ist. Oktober 2026. zdfheute.de
- Handelsblatt: Ifo-Studie — Tankrabatt bei Diesel wurde nur zu 73 Prozent weitergegeben. Sommer 2026. handelsblatt.com
- ifo Institut (nach wirtschaft-tv): Tankrabatt bis zu 100 Prozent an Verbraucher weitergegeben. 14. Juni 2022. wirtschaft-tv.com
- Bundeskartellamt: Abschlussbericht der Sektoruntersuchung Raffinerien und Kraftstoffgroßhandel. 19. Februar 2025. bundeskartellamt.de
- dpa (onvista): Tankrabatt und Spritpreisdeckel fallen bei Ökonomen durch. 20. September 2026. onvista.de
- heise: Ökonomen kritisieren Tankrabatt und Spritpreisdeckel, Experten fordern Direktzahlungen. 20. September 2026. heise.de
- ecomento: Wirtschaftsweise kritisiert neuen Tankrabatt als „zynisch“. 21. September 2026. ecomento.de
- Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im September 2026 voraussichtlich +3,3 %. Pressemitteilung 348, 30. September 2026. destatis.de
- Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 %. Pressemitteilung 320. destatis.de
- Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreise im August 2026: +4,6 % gegenüber August 2025. Pressemitteilung 328, 18. September 2026. destatis.de
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- Statistisches Bundesamt: 6,1 % der deutschen Rohöl-Importe 2025 aus dem Nahen Osten. März 2026. destatis.de
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- Bundesregierung: Fragen und Antworten rund um die Energieversorgung. 2026. bundesregierung.de
- WetterOnline: Pegel Rhein. 4. Oktober 2026. wetteronline.de
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- t-online: Tankstellen droht Kraftstoff-Engpass. 2026. t-online.de
- Friedrich-Ebert-Stiftung, FES History: Was hat uns die Ölpreiskrise von 1973 heute zu sagen? fes.de
- International Energy Agency: Oil Market Report, September 2019. iea.org
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- Hamilton, James D.: Historical Oil Shocks. NBER Working Paper 16790 (2011). nber.org
- Oil & Gas Journal: 2026 brings new challenges for European diesel supplies. Ende 2025. ogj.com
- straits.live: Strait of Hormuz Status, 3. Oktober 2026. straits.live
- trucker.de: Reiche schließt Engpässe bei Treibstoffen nicht völlig aus. 2026. trucker.de
- EnergyNow: World oil market to see huge glut in 2026, IEA says. Oktober 2025. energynow.com
- ThePrint: India’s now importing pre-conflict levels of Gulf crude; share of Russian oil lowest since April. September 2026. theprint.in
- Autohaus (ADAC): 2012 war bislang teuerstes Tankjahr. Januar 2013. autohaus.de
Was die Rechnung nicht kann
- Die Preisformel in Säule 07 ist die Formel der Branche, aber mit einem gebündelten Aufschlag für Raffinerie und Fracht. Ich habe ihn so gewählt, dass das Modell den 4. Oktober trifft; die tatsächliche Aufteilung zwischen Raffinerie, Fracht und Großhandel kennt nur, wer die Verträge sieht. Das Bundeskartellamt hat sie gesehen und daraus seine Empfehlung gemacht (Q81).
- Die Deckung der Lücke in Säule 03 ist ein Überschlag aus IEA-Zahlen, die sich auf verschiedene Zeiträume beziehen: der Ausfall auf den August, der Nachfragerückgang auf das Jahr. Die Größenordnungen tragen, die Nachkommastellen nicht.
- Die Frachtrechnung in Säule 04 nimmt eine VLCC-Rundreise von 40 Tagen an. Wer durch Hormus fährt, zahlt die Versicherung je Passage; wer um das Kap fährt, zahlt die Tage. Beides landet beim Liter, nur in anderer Höhe.
- Wo zwei Quellen sich widersprechen, steht es im Text: die Schiffszählung gegen die HSBC-Schätzung zum Hormus-Verkehr, die ukrainische gegen die westliche Zählung der zerstörten russischen Raffinerien, der Terminpreis gegen den physischen Preis.
- Mehrere Quellen sind Agenturmeldungen oder Branchendienste, die eine Primärquelle wiedergeben; wo das so ist, steht die Primärquelle im Titel. Die ADAC-, IEA-, EIA- und Destatis-Zahlen sind die tragenden Zahlen dieses Textes.